Karl I. von Ungarn
Thronkampf, Oligarchen, Wirtschaftsreformen und das Königstreffen von Visegrád – verständlich für den Geschichtsunterricht in Nationalitätenschulen.
1. Der Kampf um den ungarischen Thron
Nach dem Tod von Andreas III. im Jahr 1301 erlosch das Haus Árpád in männlicher Linie. Mehrere Anwärter kämpften um die Krone. Karl aus dem Haus Anjou konnte seine Herrschaft erst nach drei Krönungen festigen. Die rechtmäßige Krönung fand 1310 in Székesfehérvár mit der Heiligen Krone statt.
2. Der Kampf gegen die Oligarchen
Zu Beginn seiner Herrschaft kontrollierten mächtige Territorialherren große Teile des Landes. Karl stützte sich auf treue Adelsfamilien und besiegte 1312 in der Schlacht bei Rozgony die Aba-Familie und ihre Verbündeten. Nach dem Tod von Máté Csák im Jahr 1321 konnte der König auch dessen Gebiete unter seine Kontrolle bringen.
3. Die Neuordnung des Königreichs
Honorsystem
Die Barone erhielten Ämter und Burgen nur für die Dauer ihres königlichen Dienstes.
Banderialheer
Der König und die führenden Barone stellten eigene Truppen unter ihren Fahnen auf.
Bergbaureform
Ein Teil des Bergbauertrags blieb beim Grundbesitzer. Dadurch wurde die Entdeckung neuer Bergwerke gefördert.
Goldforint
Ab 1325 ließ Karl eine stabile Goldmünze nach florentinischem Vorbild prägen.
4. Steuern und Außenpolitik
Zu den königlichen Einnahmen gehörten Regalien, Zölle und die 1336 eingeführte Torsteuer. 1335 trafen sich die Könige von Ungarn, Böhmen und Polen in Visegrád. Sie regelten politische Fragen und vereinbarten einen neuen Handelsweg, der Wien umging.
Das Wichtigste in Kürze
- 1301: Beginn des Thronkampfes
- 1310: rechtmäßige Krönung
- 1312: Schlacht bei Rozgony
- 1321: Ende der Macht von Máté Csák
- 1325: Einführung des Goldforints
- 1335: Königstreffen von Visegrád
- 1342: Tod Karls I.