Wichtige Persönlichkeiten · Ungarische Reformzeit · 6. Klasse

István Széchenyi und Pál Felsőbüki Nagy

Am 3. November 1825 wurde auf dem Landtag in Pressburg über die Förderung der ungarischen Sprache gesprochen. Pál Felsőbüki Nagy betonte, dass dafür finanzielle Unterstützung nötig sei. Daraufhin bot István Széchenyi die Jahreseinkünfte seiner Güter für die Gründung einer ungarischen Gelehrtengesellschaft an.
Die beiden Männer übernahmen unterschiedliche Aufgaben: Felsőbüki Nagy rief zur Unterstützung auf. Széchenyi machte anschließend ein konkretes Angebot. Gemeinsam gaben sie einer wichtigen Initiative neuen Schwung.

Wer waren die beiden?

Der Aufruf zur Unterstützung

Pál Felsőbüki Nagy

Ein Fürsprecher der ungarischen Sprache im Landtag
Felsőbüki Nagy gehörte dem Adel an und vertrat das Komitat Sopron im Landtag. Ein Komitat war eine Verwaltungseinheit des Königreichs Ungarn. Die adeligen Abgeordneten der Komitate nahmen an den Beratungen der Untertafel teil.
1825 setzte er sich für die Förderung der ungarischen Sprache ein. Sie sollte auch in Wissenschaft und Bildung eine größere Rolle spielen. Damit daraus mehr als ein Wunsch wurde, brauchte man eine Einrichtung, die diese Arbeit dauerhaft unterstützte.
Felsőbüki Nagy erklärte, dass die Weiterentwicklung der Sprache Geld benötige. Deshalb forderte er die wohlhabenden und einflussreichen Persönlichkeiten des Landes auf, finanzielle Unterstützung zu leisten.
Sein Beitrag Er machte deutlich, warum die Förderung der ungarischen Sprache finanzielle Unterstützung brauchte, und rief zum Handeln auf.
Das konkrete Angebot

Graf István Széchenyi

Einer der Wegbereiter der Reformen
Széchenyi war ein adeliger Großgrundbesitzer. Nach Felsőbüki Nagys Rede bot er die Jahreseinkünfte seiner Güter für die Gründung einer ungarischen Gelehrtengesellschaft an. Weitere Adelige schlossen sich der Initiative an.
Die geplante Gesellschaft sollte die ungarische Sprache pflegen und ihre Verwendung in der Wissenschaft fördern. Aus ihr entwickelte sich die heutige Ungarische Akademie der Wissenschaften.
Széchenyi beschäftigte sich auch mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. In seinem 1830 erschienenen Buch Hitel (Kredit) untersuchte er, welche Regeln notwendige Veränderungen behinderten.
Dazu gehörte die Avitizität (ősiség): Ererbter adeliger Grundbesitz konnte nicht frei verkauft werden. Für Geldgeber war es deshalb schwierig, solche Güter als Sicherheit zu nutzen. Das erschwerte die Kreditaufnahme und damit auch Investitionen.
Sein Beitrag 1825 bot er umfangreiche finanzielle Unterstützung an. Mit Hitel regte er später eine öffentliche Debatte über wirtschaftliche Reformen an.
Porträt des jungen István Széchenyi von Johann Nepomuk Ender.
Der junge István Széchenyi auf einem Aquarell von Johann Nepomuk Ender aus dem Jahr 1818.

Wie hingen ihre Beiträge zusammen?

Felsőbüki Nagy benannte den Bedarf und rief zur Unterstützung auf. Széchenyi reagierte mit einem konkreten finanziellen Angebot. Weitere Unterstützer kamen hinzu. Damit erhielt der Plan einer Gelehrtengesellschaft eine Grundlage für seine Umsetzung.
1825 – Aufruf und Angebot Am 3. November folgte Széchenyis Angebot auf Felsőbüki Nagys Rede. Die Akademie betrachtet diesen Tag als ihren Gründungstag.
1827 – Gesetzliche Grundlage Ein Gesetz schuf die Grundlage für die Errichtung der Ungarischen Gelehrtengesellschaft.
1830 – Beginn der Tätigkeit Die Gesellschaft nahm ihre Arbeit auf. Im selben Jahr erschien Széchenyis Buch Hitel.
Lithografie von Vinzenz Katzler, die Széchenyis Angebot auf dem Landtag von 1825 darstellt.
Vinzenz Katzler stellte die Szene von 1825 auf einer Lithografie aus dem Jahr 1860 dar.
Der Landtag von 1825 war ein wichtiger Auftakt der Reformbewegung. Mit dem Erscheinen von Hitel gewann die Reformdebatte neuen Schwung. Die Reformzeit umfasst die Jahre 1830–1848.

Video: Széchenyi Pisti

Die kurze Animation aus der Reihe A Reformkor Nagyjai beginnt mit Széchenyis Kindheit und stellt spielerisch vor, warum er eine wichtige Persönlichkeit seiner Zeit wurde.
Das Video ist auf Ungarisch. „Pisti“ ist eine ungarische Koseform des Namens István.
A Reformkor Nagyjai: Széchenyi Pisti – Video ansehen ↗

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Welche Aufgabe übernahm Felsőbüki Nagy im Jahr 1825?
Er setzte sich für die Förderung der ungarischen Sprache ein und rief die wohlhabenden Persönlichkeiten des Landes zu finanzieller Unterstützung auf.
Was bot Széchenyi nach der Rede an?
Er bot die Jahreseinkünfte seiner Güter für die Gründung einer ungarischen Gelehrtengesellschaft an.
Warum sind 1825, 1827 und 1830 unterschiedliche Schritte?
1825 machte Széchenyi sein Angebot. 1827 wurde die gesetzliche Grundlage für die Gesellschaft geschaffen. 1830 nahm sie ihre Tätigkeit auf.
Was hat das Buch Hitel mit den Reformen zu tun?
Széchenyi untersuchte darin Hindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung. Seine Kritik an den bestehenden Regeln regte eine Debatte über notwendige Veränderungen an.