Karl I. von Ungarn – Jahreszahlen und Zeitleiste
Die Jahreszahlen zur Herrschaft Karls I. lassen sich leichter merken, wenn du darin eine zusammenhängende Geschichte erkennst. Thronkampf, Krönungen, die Auseinandersetzung mit den Gebietsherren, Wirtschaftsreformen und Diplomatie folgen aufeinander. Jedes Datum knüpft an das vorherige Ereignis an.
Vom Thronkampf bis zum ersten großen Sieg
Zunächst musste Karl erreichen, dass er als rechtmäßiger König von Ungarn anerkannt wurde. Erst danach konnte er den Kampf um die tatsächliche Herrschaft über das Land aufnehmen.
Das Ende der Árpáden in männlicher Linie und der Beginn des Thronkampfes
Mehrere Dynastien erhoben Anspruch auf die ungarische Krone.
- Mit dem Tod Andreas’ III. erlosch das Haus Árpád in männlicher Linie.
- Karl von Anjou, Wenzel und später Otto kämpften um den ungarischen Thron.
- Karl wurde in Esztergom zum ersten Mal gekrönt.
- Diese Krönung fand weder mit der Heiligen Krone noch in Székesfehérvár statt.
Damit begann ein langer Prozess: Karl musste seine Rivalen ausschalten und zugleich die Unterstützung der Großen des Landes gewinnen.
Die Versammlung von Pest – Karls Anerkennung wächst
Die Krönungsfrage war noch nicht endgültig gelöst, politisch wurde Karls Stellung jedoch immer stärker.
- Kardinal Gentilis verhandelte als päpstlicher Legat mit den ungarischen Großen.
- Auch Matthäus Csák erkannte Karl formell als König an.
- Auf der Landesversammlung in Pest wurde Karls Königtum weithin anerkannt.
Der Konflikt drehte sich nun zunehmend darum, Karls tatsächliche Herrschaft im Land zu festigen.
Die zweite Krönung Karls
Buda – eine geweihte Krone, doch weiterhin nicht die Heilige Krone.
- Karl wurde in Buda ein zweites Mal gekrönt.
- Der Erzbischof von Esztergom vollzog die Zeremonie.
- Die Heilige Krone befand sich noch im Besitz des siebenbürgischen Woiwoden Ladislaus Kán.
Die zweite Krönung stärkte Karls Stellung, erfüllte aber weiterhin nicht alle Bedingungen der ungarischen Krönungstradition.
Die dritte, allen Bedingungen entsprechende Krönung
Székesfehérvár – Heilige Krone – Erzbischof von Esztergom.
- Die Heilige Krone konnte von Ladislaus Kán zurückgewonnen werden.
- Karl wurde in Székesfehérvár gekrönt.
- Der Erzbischof von Esztergom vollzog die Zeremonie.
- Damit waren alle traditionellen Krönungsbedingungen erfüllt.
Karls Königtum war nun rechtlich abgesichert. Das bedeutete jedoch noch nicht, dass er bereits das ganze Land beherrschte: Die Macht der Gebietsherren musste erst zurückgedrängt werden.

Erst die Krönung von 1310 in Székesfehérvár erfüllte alle traditionellen Bedingungen.
Die Schlacht bei Rozgony
Einer der ersten großen militärischen Erfolge Karls gegen die Macht der Gebietsherren.
- Nach dem Tod von Amadeus Aba versuchten seine Söhne, die eigenständige Macht ihrer Familie zu bewahren.
- Matthäus Csák schickte ihnen militärische Unterstützung.
- Das königliche Heer schlug bei Rozgony die Söhne Abas und ihre Verbündeten.
Die Macht der Familie Aba erlitt einen schweren Schlag, und Karls Ansehen wuchs. Die Wiedervereinigung des Landes war jedoch noch nicht abgeschlossen.
Festigung des Königreichs und wirtschaftlicher Wandel
Matthäus Csák stirbt
Nach seinem Tod gab es keinen Erben, der sein Herrschaftsgebiet zusammenhalten konnte. Königliche Amtsträger übernahmen rasch seine Burgen und Gebiete; auch Trencsén (Trentschin) gelangte unter Karls Kontrolle.
Die Wiedervereinigung des Landes ist im Wesentlichen abgeschlossen
Die großen Machtzentren der Gebietsherren waren weitgehend beseitigt. Karl verlegte seinen Hof nach Visegrád, das zu einer dauerhaften königlichen Residenz und einem Regierungszentrum wurde.
Beginn der Prägung des ungarischen Goldforints
Nach Florentiner Vorbild ließ Karl eine hochwertige und wertbeständige Goldmünze prägen. Sie erleichterte den Handel und stärkte das internationale Ansehen des ungarischen Münzwesens.
Förderung des Bergbaus
Der Grundbesitzer durfte das Gebiet behalten, auf dem ein Edelmetallbergwerk eröffnet wurde, und erhielt ein Drittel der dem König zustehenden Bergbauabgabe. Dadurch wurde die Entdeckung neuer Gold- und Silbervorkommen auch für ihn vorteilhaft.
Krieg, Diplomatie und das Ende der Herrschaft
Der Feldzug in die Walachei
Karl zog gegen den walachischen Woiwoden Basarab ins Feld. Wegen Versorgungsproblemen musste sich das ungarische Heer zurückziehen und wurde auf einem engen Gebirgsweg angegriffen. Es erlitt schwere Verluste; der König entkam nur knapp.
Das Königstreffen von Visegrád
- Karl empfing Johann von Luxemburg, den König von Böhmen, und Kasimir III., den König von Polen.
- Sie verhandelten über den böhmisch-polnischen Konflikt.
- Auch der Streit zwischen dem polnischen König und dem Deutschen Orden stand auf der Tagesordnung.
- Das Treffen war das Ergebnis mehrjähriger diplomatischer Vorbereitungen.
Zu Beginn seiner Herrschaft kämpfte Karl um den eigenen Thron. Nun konnte er bereits bei Streitfragen anderer mitteleuropäischer Herrscher vermitteln.
Torsteuer und Regelung des Handels
Die Einnahmen aus dem früheren regelmäßigen Münzumtausch mussten nach der Einführung wertbeständiger Münzen ersetzt werden. Deshalb wurde von bäuerlichen Hofstellen die Torsteuer erhoben.
Am 6. Januar 1336 regelte Karl außerdem den Weg und die Zollzahlungen der Kaufleute, die aus Böhmen und Mähren nach Ungarn kamen.
Der Tod Karls I.
Karl starb in Visegrád. Sein Sohn Ludwig I. folgte ihm auf den ungarischen Thron und übernahm ein Königreich, in dem die königliche Macht bereits wesentlich stärker gefestigt war.
Der ganze Prozess auf einen Blick
Wenn du diese Abfolge mit eigenen Worten erklären kannst, lernst du keine isolierten Zahlen mehr, sondern verstehst die Entwicklung von Karls Herrschaft.
Sitzen die Jahreszahlen schon?
Überlege zuerst selbst und öffne erst danach die Antwort.