Jahreszahlen und Zeitleiste · 6. Klasse

Karl I. von Ungarn – Jahreszahlen und Zeitleiste

Die Jahreszahlen zur Herrschaft Karls I. lassen sich leichter merken, wenn du darin eine zusammenhängende Geschichte erkennst. Thronkampf, Krönungen, die Auseinandersetzung mit den Gebietsherren, Wirtschaftsreformen und Diplomatie folgen aufeinander. Jedes Datum knüpft an das vorherige Ereignis an.

Beginne nicht damit, dreizehn Zahlen auswendig zu lernen. Ordne zuerst die sechs wichtigsten Stationen der Geschichte. Wenn dieses Grundgerüst sitzt, kannst du die übrigen Jahreszahlen leichter einfügen.
1301–1312

Vom Thronkampf bis zum ersten großen Sieg

Zunächst musste Karl erreichen, dass er als rechtmäßiger König von Ungarn anerkannt wurde. Erst danach konnte er den Kampf um die tatsächliche Herrschaft über das Land aufnehmen.

130114. Januar

Das Ende der Árpáden in männlicher Linie und der Beginn des Thronkampfes

Mehrere Dynastien erhoben Anspruch auf die ungarische Krone.

Was geschah?
  • Mit dem Tod Andreas’ III. erlosch das Haus Árpád in männlicher Linie.
  • Karl von Anjou, Wenzel und später Otto kämpften um den ungarischen Thron.
  • Karl wurde in Esztergom zum ersten Mal gekrönt.
  • Diese Krönung fand weder mit der Heiligen Krone noch in Székesfehérvár statt.
Warum ist das wichtig?

Damit begann ein langer Prozess: Karl musste seine Rivalen ausschalten und zugleich die Unterstützung der Großen des Landes gewinnen.

Merke: 1301 → Ende der Árpáden in männlicher Linie → Thronkampf → erste Krönung Karls.
1308

Die Versammlung von Pest – Karls Anerkennung wächst

Die Krönungsfrage war noch nicht endgültig gelöst, politisch wurde Karls Stellung jedoch immer stärker.

Was geschah?
  • Kardinal Gentilis verhandelte als päpstlicher Legat mit den ungarischen Großen.
  • Auch Matthäus Csák erkannte Karl formell als König an.
  • Auf der Landesversammlung in Pest wurde Karls Königtum weithin anerkannt.
Warum ist das wichtig?

Der Konflikt drehte sich nun zunehmend darum, Karls tatsächliche Herrschaft im Land zu festigen.

Merke: 1308 → Karls Anerkennung als König wird entscheidend gestärkt.
130915. Juni

Die zweite Krönung Karls

Buda – eine geweihte Krone, doch weiterhin nicht die Heilige Krone.

Was geschah?
  • Karl wurde in Buda ein zweites Mal gekrönt.
  • Der Erzbischof von Esztergom vollzog die Zeremonie.
  • Die Heilige Krone befand sich noch im Besitz des siebenbürgischen Woiwoden Ladislaus Kán.
Warum ist das wichtig?

Die zweite Krönung stärkte Karls Stellung, erfüllte aber weiterhin nicht alle Bedingungen der ungarischen Krönungstradition.

Merke: 1309 → zweite Krönung in Buda → noch immer nicht mit der Heiligen Krone.
131027. August

Die dritte, allen Bedingungen entsprechende Krönung

Székesfehérvár – Heilige Krone – Erzbischof von Esztergom.

Was geschah?
  • Die Heilige Krone konnte von Ladislaus Kán zurückgewonnen werden.
  • Karl wurde in Székesfehérvár gekrönt.
  • Der Erzbischof von Esztergom vollzog die Zeremonie.
  • Damit waren alle traditionellen Krönungsbedingungen erfüllt.
Warum ist das wichtig?

Karls Königtum war nun rechtlich abgesichert. Das bedeutete jedoch noch nicht, dass er bereits das ganze Land beherrschte: Die Macht der Gebietsherren musste erst zurückgedrängt werden.

Merke: 1310 → Die dritte Krönung entsprach allen traditionellen Bedingungen.
Die drei Krönungen Karls I. in den Jahren 1301, 1309 und 1310

Erst die Krönung von 1310 in Székesfehérvár erfüllte alle traditionellen Bedingungen.

131215. Juni

Die Schlacht bei Rozgony

Einer der ersten großen militärischen Erfolge Karls gegen die Macht der Gebietsherren.

Was geschah?
  • Nach dem Tod von Amadeus Aba versuchten seine Söhne, die eigenständige Macht ihrer Familie zu bewahren.
  • Matthäus Csák schickte ihnen militärische Unterstützung.
  • Das königliche Heer schlug bei Rozgony die Söhne Abas und ihre Verbündeten.
Warum ist das wichtig?

Die Macht der Familie Aba erlitt einen schweren Schlag, und Karls Ansehen wuchs. Die Wiedervereinigung des Landes war jedoch noch nicht abgeschlossen.

Merke: 1312 → Rozgony → großer königlicher Sieg, während Matthäus Csák weiterhin mächtig blieb.
1321–1327

Festigung des Königreichs und wirtschaftlicher Wandel

132118. März

Matthäus Csák stirbt

Nach seinem Tod gab es keinen Erben, der sein Herrschaftsgebiet zusammenhalten konnte. Königliche Amtsträger übernahmen rasch seine Burgen und Gebiete; auch Trencsén (Trentschin) gelangte unter Karls Kontrolle.

Merke: 1321 → Tod des Matthäus Csák → sein Herrschaftsgebiet zerfällt rasch.
1323

Die Wiedervereinigung des Landes ist im Wesentlichen abgeschlossen

Die großen Machtzentren der Gebietsherren waren weitgehend beseitigt. Karl verlegte seinen Hof nach Visegrád, das zu einer dauerhaften königlichen Residenz und einem Regierungszentrum wurde.

Merke: 1323 → Wiedervereinigung des Landes → Visegrád wird königliche Residenz.
1325

Beginn der Prägung des ungarischen Goldforints

Nach Florentiner Vorbild ließ Karl eine hochwertige und wertbeständige Goldmünze prägen. Sie erleichterte den Handel und stärkte das internationale Ansehen des ungarischen Münzwesens.

Historisch genau: Der Beginn der Prägung wird traditionell auf 1325 datiert; die erste sichere schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1326.
Merke: 1325 → Goldforint → Florentiner Vorbild und wertbeständiges Geld.
1327

Förderung des Bergbaus

Der Grundbesitzer durfte das Gebiet behalten, auf dem ein Edelmetallbergwerk eröffnet wurde, und erhielt ein Drittel der dem König zustehenden Bergbauabgabe. Dadurch wurde die Entdeckung neuer Gold- und Silbervorkommen auch für ihn vorteilhaft.

Merke: 1327 → Bergbauregelung → auch der Grundbesitzer erhält einen Anteil an der Bergbauabgabe.
1330–1342

Krieg, Diplomatie und das Ende der Herrschaft

1330

Der Feldzug in die Walachei

Karl zog gegen den walachischen Woiwoden Basarab ins Feld. Wegen Versorgungsproblemen musste sich das ungarische Heer zurückziehen und wurde auf einem engen Gebirgsweg angegriffen. Es erlitt schwere Verluste; der König entkam nur knapp.

Gut zu wissen: Der genaue Ort des Gefechts lässt sich bis heute nicht mit letzter Sicherheit bestimmen.
Merke: 1330 → Walachei → schwere ungarische Niederlage.
1335Herbst

Das Königstreffen von Visegrád

Was geschah?
  • Karl empfing Johann von Luxemburg, den König von Böhmen, und Kasimir III., den König von Polen.
  • Sie verhandelten über den böhmisch-polnischen Konflikt.
  • Auch der Streit zwischen dem polnischen König und dem Deutschen Orden stand auf der Tagesordnung.
  • Das Treffen war das Ergebnis mehrjähriger diplomatischer Vorbereitungen.
Warum ist das wichtig?

Zu Beginn seiner Herrschaft kämpfte Karl um den eigenen Thron. Nun konnte er bereits bei Streitfragen anderer mitteleuropäischer Herrscher vermitteln.

Merke: 1335 → Visegrád → Treffen des ungarischen, böhmischen und polnischen Königs.
1336

Torsteuer und Regelung des Handels

Die Einnahmen aus dem früheren regelmäßigen Münzumtausch mussten nach der Einführung wertbeständiger Münzen ersetzt werden. Deshalb wurde von bäuerlichen Hofstellen die Torsteuer erhoben.

Am 6. Januar 1336 regelte Karl außerdem den Weg und die Zollzahlungen der Kaufleute, die aus Böhmen und Mähren nach Ungarn kamen.

Was hat das mit Wien zu tun? In Schulbüchern wird die neue Route oft nur mit der Umgehung des Wiener Stapelrechts erklärt. Die Lage war komplizierter: Auch politische und militärische Konflikte mit den österreichischen Herzögen erschwerten den Handel über Wien. Das vollständig ausgeprägte Wiener Stapelrecht ist eine spätere Entwicklung.
Merke: 1336 → Torsteuer + Regelung der böhmisch-ungarischen Handelsroute.
134216. Juli

Der Tod Karls I.

Karl starb in Visegrád. Sein Sohn Ludwig I. folgte ihm auf den ungarischen Thron und übernahm ein Königreich, in dem die königliche Macht bereits wesentlich stärker gefestigt war.

Merke: 1342 → Tod Karls I. → Ludwig I. folgt ihm auf den Thron.
Das Grundgerüst der Geschichte

Der ganze Prozess auf einen Blick

Wenn du diese Abfolge mit eigenen Worten erklären kannst, lernst du keine isolierten Zahlen mehr, sondern verstehst die Entwicklung von Karls Herrschaft.

1301ThronkampfDas Haus Árpád erlischt in männlicher Linie.
1310KrönungKarls Königtum ist rechtlich abgesichert.
1312RozgonyEin großer Sieg gegen die Macht der Gebietsherren.
1323WiedervereinigungVisegrád wird zum königlichen Zentrum.
1325GoldforintDie Prägung der wertbeständigen Goldmünze beginnt.
1335VisegrádMitteleuropäische Könige verhandeln miteinander.
Chronologie-Check

Sitzen die Jahreszahlen schon?

Überlege zuerst selbst und öffne erst danach die Antwort.

Was geschah zuerst: Karls gültige Krönung oder die Schlacht bei Rozgony?
Die gültige Krönung: Sie fand 1310 statt, die Schlacht bei Rozgony 1312.
Was geschah im Jahr 1301?
Mit dem Tod Andreas’ III. erlosch das Haus Árpád in männlicher Linie, der Thronkampf begann und Karl wurde zum ersten Mal gekrönt.
Worin liegt der Unterschied zwischen 1309 und 1310?
1309 wurde Karl in Buda zum zweiten Mal, jedoch noch nicht mit der Heiligen Krone gekrönt. 1310 krönte ihn der Erzbischof von Esztergom in Székesfehérvár mit der Heiligen Krone.
Was verbindet die Jahre 1325 und 1327?
Beide gehören zu Karls Wirtschaftsreformen: 1325 begann die Prägung des Goldforints, 1327 förderte eine neue Regelung den Bergbau.
Was geschah 1330?
Karls Feldzug gegen die Walachei endete mit einer schweren Niederlage des ungarischen Heeres.
Warum ist das Jahr 1335 wichtig?
In Visegrád trafen Karl I., Johann von Luxemburg und Kasimir III. zusammen, um wichtige mitteleuropäische politische Fragen zu verhandeln.
Welches Jahr beendet die Herrschaft Karls I.?
1342. Nach Karls Tod wurde sein Sohn Ludwig I. König von Ungarn.